Freitag, 20. November 2009

Ein Lied geht um die Welt

Viktor Vaudeville & Les 3roberts rufen zu einer Spendenaktion zugunsten des Kinder-Hospiz Sternenbrücke in Hamburg auf.

"Wir bitten dabei nicht nur um Spenden, sondern geben dafür auch etwas: ein Chanson von Viktor - in der Originalfassung sowie neuarrangiert und remixed von fantastischen Musikern.

Wir wollen möglichst viele Menschen erreichen und brauchen jede Unterstützung."

Hier geht es zu Viktor Vaudevilles Spendenseite mit allen Infos.

Die Spenden gehen zu 100 % an das Kinder-Hospiz, dafür sorgt die Spendenplattform
betterplace.org, die unser Projekt unterstützt.

Donnerstag, 5. November 2009

Hit des Tages 05.11.2009




JazzGrooves vom Feinsten - Scallymatic Orchestra
(Via Konferenz, Danke!)

Die siebenköpfige niederländische Truppe um den Gitarristen und Composer Mathijs Duringhof bringt uns den Jazz und Funk der 70er in zeitgemäßem Sound sowas von druckvoll nach vorne, dass es eine Freude ist!

Mitglieder: Mathijs Duringhof, Joep Beving, Gerben Klein Willink, Carlo Banning, Salle De Jonge, Hugo Den Oudsten, Juri Kuefner, Paul van Kessel

Samstag, 18. Juli 2009

Zitat

Ich habe ein ambivalentes Verhältnis zu Zitaten. Da, wo man ein Zitat einsetzt, weil es Jemand auf den „Punkt gebracht“ hat, weil man es selbst nicht treffender sagen könnte, scheint es legitim. Auch etwa dann, wenn ein Zitat als Gleichnis, als Metapher verwendet wird (z.B. Für einen Hammer sieht alles aus wie ein Nagel), nach dem Motto „ein Bild sagt mehr als tausend Worte“, ist es sehr sinnvoll.

Leider verstecken sich Leute aber auch oft hinter Zitaten. Weil sie keine eigene Meinung gebildet haben zu dieser und jener Frage? Weil sie Angst haben Stellung zu beziehen, sich festzulegen? Oder ist es einfach ein Schmücken mit fremden Federn?

Ich bin in der Regel ja immer mehr an der persönlichen Meinung und Einschätzung meines Gesprächspartners interessiert als an seiner scheinbaren Belesenheit . Erstens weil es mir weitere Sichtweisen offeriert und ich zweitens dabei etwas über diesen Gesprächspartner erfahre.

RTs (Twitter) sind keine Zitate im klassischen Sinn. Bei RTs geht es eher um die Verbreitung und Streuung von Information. Oder haben RTs auch einen Hauch von Fremdfederschmuck?

Sonntag, 14. Juni 2009

Wir Frauen (aus der Sicht eines Mannes)

Heute war ich eingeladen zu einem Jazz Festival. Frank wollte Karten besorgen. Eigentlich höre ich gar keinen Jazz; aber ich dachte mir a) ich muss und will meinen Horizont erweitern, will mich aus der Masse der 35-jährigen Frauen herausheben, die sich nur um ihre Ikea-Single-Einrichtung kümmern und seit 3 Jahren verbissen Sport machen, um auch charakterlich nicht den Anschluss zu verpassen und b) besser als alleine zu Hause rumzuhängen an einem Samstag Abend.

Wie auch immer, eine Stunde vor Beginn des Konzerts schickte mir Ben eine SMS und fragte, ob ich nicht Lust hätte, mit ihm und ein paar coolen Leuten zu Vapiano zu gehen und anschließend in der X-Lounge ein paar Cocktails zu schlürfen. Ben war zwar nicht wirklich mein Typ – das Hemd einen Knopf zu weit auf, ein bisschen zu gebräunt und der Tanzstil ein bisschen affig... – aber immerhin kannte er viele Leute. Mist, was sollte ich jetzt tun? Zu allem Überfluss wollte Hannah auch noch mit mir ins Kino. Ich musste mich entscheiden. Warum musste Ben sich am Wochenende aber auch immer auf den letzten Drücker melden? Stand ich auf seiner Liste vielleicht zu weit hinten und war sozusagen Plan C oder so?

Und ausserdem hatte ich Frank schon zugesagt. Frank ist sehr nett, vielleicht sogar ein wenig zu nett. Er wirkt recht erwachsen, oder besser arriviert; so als wüsste er was er wollte. Na ja, er ist auch wohl eher schon 45 oder so. Wahrscheinlich sind da sowieso mehr ältere Leute beim Jazz. Ach, ich weiß nicht. Frank wird es mir wohl nicht übel nehmen, wenn ich ihm absage. Schließlich wollten ja noch zwei seiner Kumpels mitkommen und meine Karte kann er sicher noch weiterverkaufen. Eigentlich mag ich das nicht so gerne, mich in letzter Minute entscheiden zu müssen. Auf der anderen Seite ist es irgentwie auch schick mehrere Optionen zu haben.

Manchmal denke ich, es wäre einfacher, nur eine Möglichkeit zu haben; ich bin oft so unentschlossen. Ich kann und will mich aktuell nicht für einen Mann entscheiden. Ich fühle, dass der Richtige noch nicht dabei ist. Ich bin sicher, ich merke, wenn es der Richtige ist. Ich möchte einfach keine Kompromisse eingehen. Habe bis jetzt noch keinen Fehler gemacht und mit 35 sind noch alle Möglichkeiten offen. Außerdem geht es in erster Linie ja um mich. Das Single-Dasein hat auch seine Vorteile. Guten Sex habe ich auch ab und zu, dazu brauche ich keinen (festen) Partner.

Das einzige was mich ein bisschen nervt, ist die Sache mit Kind bzw. Kindern. Ich möchte mindestens ein Kind. Und so langsam wird die Zeit knapp. Aber mich deswegen jetzt „unter Druck“ sozusagen für einen Mann zu entscheiden, kann es ja auch nicht sein. Was mach ich dann, wenn ich einen Anderen kennenlerne, bei dem es mir den Boden weghaut, wenn ich ihn zum ersten mal sehe; und sofort weiß, dass er der Richtige ist? Nee, ich erinnere mich als ich damals mit Robert zusammen war und beim Stadt-Skaten Max kennenlernte. Das möchte ich nicht nochmal mitmachen. Warum wollte Robert aber auch einfach nicht loslassen und akzeptieren, dass Max es war und ich einfach nicht anders konnte? Na ja, hätte Robert mich wirklich geliebt, hätte er mir Max gegönnt und sich nicht so verhalten. Schwamm drüber. Jedenfalls bleibe ich bis dahin lieber Single.

Eigentlich habe ich im Moment genug mit mir zu tun. Vor ein paar Tagen laß ich auf SPON einen sehr interessanten Artikel über „Mind Engineering“. Ich fand den Ansatz eigentlich sehr logisch. Wir stylen ja auch unseren Körper, unser Aussehen; mit Sport, mit Kosmetik, mit Kleidung, manche sogar mit kosmetischer Chirurgie. Warum also nicht auch das Innere stylen. Ich habe eine recht klare Vorstellung davon, wie ich sein möchte: open minded, kulturell interessiert, humorvoll, unterhaltsam aber auch mit der Fähigkeit im richtigen Moment die Klappe zu halten, umweltbewusst, ohne fanatisch zu sein, erfolgreich, ohne meine Familie zu vernachlässigen, ein Kumpel, ein Freund, eine Schlampe, kein IT-Girl aber auch kein Trockenbrötchen, eine moderne flexible Frau eben mit vielen Facetten und Farben. Schließlich möchte ich meine Persönlichkeits­entwicklung nicht dem Zufall, dem Leben überlassen. Wir sind ja keine Neandertaler mehr. Wie auch immer, die Pyjama, Chips und B-Movie Abende kriege ich auch noch in den Griff.

Eigentlich ist das Leben schön; ich bin optimistisch.

Donnerstag, 7. Mai 2009

North Sea Jazz Festival 2009



Welcome op de 33ste Editie van het North Sea Jazz Festival Rotterdam. Die Line-ups lesen sich sehr gut…

Es spielen auf: 
Herbie Hancock, Roy Haynes, McCoy Tyner, Bill Frisell, John Scofield, Nicholas Payton, David Sanborn, Jamie Cullum, Seal, Adele, Steve Winwoood, Jazzanova, George Benson, Paquito D'Riviera, Toots Thielemans, Joshua Redman, Lee Ritenour, BB King, Duffy, Roy Hargrove, Christian Scott, Randy Crawford, Joe Sample, Burt Bacharach, Silje Nergaard, Lee Kontitz, Richard Galliano, Erykah Badu, George Duke, Rachelle Ferrell, Candy Dulfer, James Taylor, Yuri Honning..........

Samstag, 11. April 2009

Jazz à Juan 2009

Gestern fand die Programm-Pressekonferenz zum 49. Jazz-Festival in Juan les Pins (11.-19.07.2009) statt. Dieses Jazz-Festival gilt als das erste größere Jazz-Festival in Europa. 

Das 2009er Line-up liest sich sehr sehr gut: Roy Hargrove Big Band, RH Factor (ebenfalls Roy Hargrove), Joss Stone, Keith Jarrett, Jack deJohnette... und ein Treffen der Super-Basser: Stanley Clarke, Victor Wooten und Marcus Miller; Höhepunkt für mich ist Jamie Cullum.

Das Open-Air-Festival in Juan (bei Antibes) ist eine kleine aber feine Jazz-Messe und besticht nicht nur durch sein ausgewählt feines Programm, sondern natürlich auch durch seinen Spielort. Die Bühne steht unter den Pinien des örtlichen Boule-Platzes direkt am Meer, so dass man zu Konzertbeginn als Bühnenhintergrund gleich noch den Sonnenuntergang über der Cote d'Azur genießen darf. Eine unvergleichliche Atmosphäre, die vor 2 Jahren auch meine damals 5-jährige Tochter sehr beeindruckt hat.

Sonntag, 29. März 2009

St. Ingbert Jazz Festival 2009

Vom 20.03. - 29.03. fand in der Mechanischen Werkstatt Alte Schmelz das 23. St. Ingbert Jazz Festival (Saarland) statt. Die Location hat durchaus ihren Charme; Industrieromantik pur... Der Cateringbereich allerdings war wie auch in St. Wendel bei Jazz-Konzerten eher triste. Teilweise geschuldet den Umbaumaßnahmen, die aktuell am Komplex des alten Stahl- und Eisenwerks vorgenommen werden, teilweise der alten Einschätzung, dass Jazz-Fans sowieso nicht zu feiern wissen. Who know's...


Leider konnte ich dieses Jahr nur 4 Konzerte sehen:

Viktoria Tolstoy-Band
Die Ur-Ur-Enkelin des Schriftstellers Lew Nikolajewitsch Tolstoi spielte mit klassischer Trio-Besetzung. Ich konnte nicht anders, ich hörte ein wenig Silje Nergaard, Solveig Slettahjell, Fredrika Stahl, Rebekka Bakken, Sara Isaksson, Rigmor Gustafsson, Torun Eriksen etc. Viktoria Tolstoy ist und klingt wie eine der nordischen Jazz-Sirenen; aber wie jede der anderen auch, durchaus mit einem eigenen Stil. Mal näher am Pop, mal näher am Jazz. Schön anzuhören. Bei Viktoria kamen Jazz-Fans allerdings ausreichend auf ihre Kosten; insbesondere, als Nils Landgren für zwei drei Titel mit auf die Bühne kam und das Konzert deutlich Fahrt aufnahm.

Nils Landgren - Respect
Respekt! Nils Landgren hatte eigens für das St. Ingbert Festival ein Projekt auf die Beine gestellt. Die Idee: Einige der besten Musikerinnen Europas zu einer Band zu vereinigen. Darunter Nicole Johänntgen aus Saarbrücken, die zusammen mit der Drummerin, Julie Saundry aus Frankreich, die beste im Ensemble war. Jede der jungen Frauen hatte einen der Titel komponiert. Die erste Nummer ein ordentlicher Swing, die zweite ein "respektabeler" Funk. Guter Start. Danach klang die Band lange ein bisschen wie "United Jazz and Rock Ensemble" auf "Live im Schützenhaus". Insgesamt waren die Titel durchgängig super arrangiert (Nils?).

Allein, es fehlte was. Gut, erster Auftritt in dieser Formation, junge Leute, anspruchsvolle Arrangements... Aber irgentwie fehlte die letzte Entschlossenheit, die Zielorientierung. Vielleicht bin ich auch etwas verwöhnt... Trotzdem: gutes Konzert!

Axel Schlosser Quartett
Axel Schlosser meinte es ernst. Sehr ernst. Was mir als erstes auffiel, war die Abwesenheit eines Harmonieinstruments. Drum, Bass, zwei Bläser. Phew... wird wohl eine anstrengende Sache. Wurde es auch. Technisch sehr gut, aber ein wenig zu intellektuell. Zu deutsch hätte ich fast gesagt. Mir fehlte ein wenig der Humor, den man von US-Künstlern kennt, die Selbstironie. "Don't forget to smile" wollte man spontan zitieren. Unterm Strich aber ein ordentliches Jazz-Werkstück.

Sun Ra Arkestra
Und dann war ich gespannt. Ich hatte Sun Ra 1998 in Den Haag beim North Sea Jazz Festival gesehen. Ich erinnere mich an einen bleibenden Eindruck. Eine abgespacte Band mit gefühlt 18 Saxophonen, Tänzerinnen, jeder Menge Percussion und einem Poet auf der Bühne... Ich wurde auch hier nicht entttäuscht. Eine Combo mit drei ca. 80-jährigen Cracks und einer Menge junger cooler Leute; 6 Bläser, jede Menge Percussion, Piano, Gitarre, Drum, alle in Glitzergewändern. Die Musik eine gewagte Gratwanderung zwischen einer Kreuzfahrt-Kapelle und einem Bootsy Collins Konzert. Mal klang es nach 50er Jahre Swing, mal nach Spacefunk, mal einfach nur zawinulesk. In der Mitte des Konzerts eskalierte es dann.

Der erste Saxophonist sprang von der Bühne ins Publikum, gefolgt vom ekstatisch tanzenden Posaunisten, der einen Derwish-Tanz aufführte. Während der zweite Saxophonist in bester Johnny Winter-Manier sich auf den Rücken warf, wobei er mehrere Noten- und Mikro-Ständer mitriss, und da seinen Solo spielte. Zeitgleich führte einer der "80-Jährigen" einen Breakdance auf der Bühne auf. Das ganze erreichte seinen Höhepunkt, als der Bandleader Marshall Allen sein EVI auspackte und eine Art Solo spielte mit extrem lauten, synthetischen extraterrestrischen Sounds. Ein geiles Konzert!!